Zweithaarstudios: Schaden noch überschaubar?

Als medizinische Dienstleister dürfen Zweithaarstudios in der Coronakrise weiterarbeiten. In diesem Zusammenhang haben wir folgende Fragen an die Lieferanten der Studios gerichtet:

1. In welchem Umfang haben Ihre Kunden noch geöffnet und welche Nachfrage besteht in diesen Zeiten überhaupt nach deren Dienstleistung?
2. Wie hat sich Ihr Absatz an die Zweithaarstudions in den letzten zwei Monaten entwickelt?
3. Wie wird sich die Coronakrise nach Ihrer Einschätzung auf den Zweithaarmarkt auswirken?

Lesen Sie hier die Antworten von Cornelia Hoffmeister-Gizzi, geschäftsführende Gesellschafterin GFH, Fürth.

“Zunächst: Ihre Annahme ist so nicht ganz korrekt. Zweithaarstudios als medizinische Dienstleister dürfen zur Zeit nur eingeschränkt und unter Berücksichtigung strenger Hygienevorschriften tätig werden. Ich verweise dazu auf eine entsprechende Handlungsempfehlung des BVZ und seines Vorsitzenden Rainer Seegräf.

  1. Viele Zweithaar-Studios halten einen ‚Notdienst‘ aufrecht. Kontakt gehalten und beraten wird per Telefon und/ oder teilweise auch per Video. Bei den permanenten Befestigungen wie etwa dem Haarhaut-Haftsystem ContactSkin sind ja turnusmäßige Wechsel notwendig. Genehmigungen hierfür erteilen die Gesundheitsaufsichtsbehören oder das Ordnungsamt in der jeweiligen Stadt. Natürlich nur in Einzelbetreuung und unter strikten Hygienevorkehrungen, siehe oben. Die Nachfrage nach Zweithaar-Lösungen ist verständlicherweise eingeschränkt. Viele Krebspatienten sind verunsichert und fürchten eine Ansteckungsgefahr. Auch die Alopezie-Dauerkunden verschieben ihre Termine derzeit lieber auf einen späteren Zeitpunkt.
  1. Wir müssen leider einen Rückgang unserer Bestellungen in den letzten zwei Monaten um ca. 15 % konstatieren.
  1. Das hängt sehr davon ab, wie lange diese Krise andauern wird. Bis Ende Mai wäre der Schaden wohl noch überschaubar. Für die Zeit danach bin ich entschieden optimistisch: Haarprobleme wird es immer geben. Und sobald die Verunsicherung und die Kontaktsperren verschwunden sind, wird die Nachfrage nach unseren Angeboten wieder zu 100 % da sein.”

Die GFH-Chefin ist trotz der momentan widrigen Umstände optimistisch. Trotzdem steht die Zweithaarbranche vor schwierigen Zeiten, denn speziell Krebspatienten werden auch nach entsprechenden Lockerungen der derzeitigen Beschränkungen zunächst vorsichtig sein, aus Furcht vor Ansteckung. Es gilt also eine sehr schwere Phase zu überstehen bis wieder Normalisierung einkehrt.